Arbeitskreis Berufsbezogene politische Bildung

Die Idee der Verknüpfung politischer und beruflicher Bildung kann zwar auf eine lange Tradition zurückblicken (Kerschensteiner 1901), allein die Plausibilität dieser Vorstellung war jedoch nicht hinreichend, in dieser langen Zeit einen eigenständigen und institutionell abgesicherten Forschungsbereich zu etablieren. Dass aktuelle Forschungsarbeiten zur berufsbezogenen politischen Bildung trotz dieser ungünstigen Voraussetzungen nicht bei Null beginnen müssen, ist einigen unentwegten Personen wie Peter Weinbrenner oder Eberhard Jung zu verdanken, die sich vor allem ab den 80iger Jahren im letzten Jh. über Fachtagungen auf den „Hochschultagen beruflicher Bildung“ kontinuierlich mit aufkommenden Fragen befassten und den Literaturbestand fortsetzten.

Die Forschungsarbeiten der jüngeren Zeit sind ebenfalls von eigenständigen Projektinitiativen ausgegangen, die wenig aufeinander bezogen waren. Mit dem Arbeitskreis innerhalb der GPJE (Gründung: 13. März 2017) wird nun eine Möglichkeit gesehen, diese bisher eher lose entstandenen Forschungsarbeiten stärker zu bündeln und in einen stetigen Austausch zu bringen. Vor dem Hintergrund, dass etwa 3/4 eines Jahrgangs im Laufe der Sek II eine berufliche Schule besucht, erscheint es sinnvoll und lohnenswert, diesen politikdidaktischen Bereich sichtbarer zu machen und Potenziale auszuloten.

Die Besonderheiten und Problemlagen des Gegenstandsfeldes soll durch die nachfolgenden beiden Spannungsfelder angedeutet werden (vgl. u.a. Besand 2014, S. 203ff):

  • Die Bedeutung des Faches im Schulalltag, die zwar durch Landesverfassungen (Pflichtfach) prominent unterstrichen und institutionell abgesichert wird, die jedoch angesichts der berufsfachlichen Dominanz und den dahinter liegenden Interessen (Wirtschaft, Kammern) im Schulalltag keine adäquate Entsprechung findet
  • Die große Heterogenintät der Schülerschaft, die für einen angemessenen Umgang von den Lehrenden viel Professionalität voraussetzt, die jedoch nicht durch die Ausbildung der Lehrkräfte adäquat abgestützt wird (häufig fachfremdes Unterrichten)

Als Anker für konkrete Kontakt-, Austausch- und Kooperationsanlässe innerhalb des Arbeits-kreises dienen die Jahrestagung der GPJE und die im Zweijahresrhythmus stattfindende Fachtagung Politik und Wirtschaftslehre auf den Hochschultagen Berufliche Bildung. Diese Foren sollen zur Vorstellung und Diskussion laufender Projekte und Arbeiten dienen. Der Austausch soll insbesondere in der Vorbereitungsphase der Tagungen intensiviert werden. Ansonsten je nach anfallendem Bedarf.


Ansprechpartner/innen

Dr. Martin Kenner

Institut für Erziehungswissenschaft
Abt. Berufs- und Wirtschafts- und Technikpädagogik (BWT)
Universität Stuttgart,
Geschw.-Scholl-Str. 24D, 70174 Stuttgart

Tel: +49 711/685 - 83187
Email: kenner@bwt.uni-stuttgart.de

 

Prof. Dr. Anja Besand

Professur für Didaktik der politischen Bildung
am Institut für Politikwissenschaft
Technische Universität Dresden
Gerberbau Bergstraße 53, 01062 Dresden

Tel: +49 351/463 - 35050
Sek. +49 351/463 - 35827
Email: anja.besand@mailbox.tu-dresden.de