Arbeitskreis Berufsbezogene politische Bildung

Aktu­el­les

Im Rah­men der 20. Hoch­schul­tage Beruf­li­che Bil­dung 2019 in Sie­gen zum Thema „Digi­ta­li­sie­rung“ fin­det am 12.–13.3.2019 eine Fach­ta­gung des Arbeits­krei­ses unter dem Titel „Poli­ti­sche Bil­dung an beruf­li­chen Schu­len im Kon­text einer digi­ta­li­sier­ten Arbeits­welt“ statt.

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Pro­gramm


Der Arbeits­kreis „Berufs­be­zo­gene poli­ti­sche Bil­dung“ wurde im Rah­men der 19. Hoch­schul­tage Beruf­li­che Bil­dung im Anschluss an die Fach­ta­gung „Poli­tik- und Wirt­schafts­lehre“ am 13.03.2017 gegrün­det. Vom 10.–12.10.2018 fand an der Georg-August-Uni­ver­si­tät zu Göt­tin­gen die Auf­takt­ta­gung des Arbeits­krei­ses statt, in der sich über die grund­le­gende Aus­rich­tung, gemein­same Ziele und Posi­tio­nen sowie das wei­tere Vor­ge­hen des Arbeits­krei­ses ver­stän­digt wurde. Als struk­tu­relle Rah­mung für Kon­takt-, Aus­tausch- und Koope­ra­ti­ons­an­lässe inner­halb des Arbeits­krei­ses dient die Jah­res­ta­gung der GPJE sowie die im Zwei­jah­res­rhyth­mus statt­fin­dende Fach­ta­gung Poli­tik- und Wirt­schafts­lehre auf den Hoch­schul­ta­gen Beruf­li­che Bil­dung. Diese Foren sol­len vor allem zur Vor­stel­lung und Dis­kus­sion lau­fen­der Pro­jekte und Arbei­ten die­nen.

Berufs­be­zo­gene poli­ti­sche Bil­dung

Gemes­sen an der Schülerinnen- und Schüleranzahl sind die beruf­li­chen Schu­len die größte wei­ter­füh­rende Schul­art der Bun­des­re­pu­blik. Das Fach Poli­tik, Wirt­schafts-, Sozial- oder Gemein­schafts­kunde, wel­ches im Fol­gen­den als „Poli­tik­un­ter­richt“ zusam­men­ge­fasst wird, hat in die­sen Schu­len tra­di­tio­nell einen hohen Stel­len­wert, der bis­lang nicht in Frage gestellt wurde. Poli­tik ist so das ein­zige all­ge­mein­bil­dende Fach, was durch die Abschluss­prü­fun­gen „Wirt­schafts- und Sozi­al­kunde“, insti­tu­tio­nell in allen dua­len Aus­bil­dungs­gän­gen ver­an­kert ist. Zudem besitzt die bil­dungs­theo­re­ti­sche Ver­knüp­fung poli­ti­scher und beruf­li­cher Bil­dung (Ker­schen­stei­ner 1901) eine lange Tra­di­tion. Allein die Plau­si­bi­li­tät einer sol­chen Ver­knüp­fung erwies sich jedoch nicht als hin­rei­chend, um einen eigen­stän­di­gen und insti­tu­tio­nell abge­si­cher­ten For­schungs­be­reich zu eta­blie­ren, sodass For­schungs­ar­bei­ten zur poli­ti­schen Bil­dung und poli­ti­schen Bil­dungs­pro­zes­sen an beruf­li­chen Schu­len rar gesät sind. Allein eini­gen uner­müd­li­chen Per­so­nen wie Peter Wein­bren­ner oder Eber­hard Jung, die sich bereits in den 80er und 90er Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts über die Fach­ta­gun­gen auf den Hoch­schul­ta­gen Beruf­li­che Bil­dung kon­ti­nu­ier­lich mit auf­kom­men­den Fra­gen die­ses Bil­dungs­be­reichs befass­ten und den Lite­ra­tur­be­stand erwei­ter­ten, ist zu ver­dan­ken, dass der AK bereits auf eine fach­li­che Basis zurück­grei­fen kann.

For­schungs­per­spek­tive: Jün­gere For­schungs­ar­bei­ten sind zumeist von eigen­stän­di­gen Pro­jekt­in­itia­ti­ven aus­ge­gan­gen, die sich wenig auf­ein­an­der bezie­hen. Eben des­halb strebt der Arbeits­kreis die Schaf­fung einer grö­ße­ren Kohä­renz der For­schungs­ar­bei­ten zur berufs­be­zo­ge­nen poli­ti­schen Bil­dung an, um den Bil­dungs­be­reich sicht­ba­rer zu machen. Hierzu wer­den fol­gende Aspekte fokus­siert:

  • eine inhalt­li­che Bün­de­lung und Koor­di­nie­rung von For­schungs­fra­gen, um ent­spre­chende Schwer­punkte des Fel­des her­aus­bil­den zu kön­nen
  • eine standortübergreifende Koope­ra­tion, um regio­nale Aspekte und Per­spek­ti­ven ver­glei­chend zur Dis­kus­sion zu stel­len
  • eine sys­te­ma­ti­sche Bear­bei­tung bereits bestehen­der theo­re­ti­scher Ansätze, Kon­zepte und Befunde
  • eine Bün­de­lung der an den Stand­or­ten aus­ge­bil­de­ten for­schungs­me­tho­di­schen, aber auch unter­richts­prak­ti­schen Exper­ti­sen, um diese für andere nutz­bar zu machen (z.B. Unter­richts­re­por­ta­gen, Gram­mes)
  • For­schungs­grund­la­gen für die Her­aus­for­de­run­gen poli­ti­scher Bil­dung in der Arbeits­welt und Berufs­schul­bil­dung schaf­fen

Für eine inhalt­li­che Aus­ge­stal­tung scheint es zudem not­wen­dig, dar­über nach­zu­den­ken, ob poli­ti­sche Bil­dung an beruf­li­chen Schu­len andere Bezugs­wis­sen­schaf­ten benö­tigt, als die aus den all­ge­mein­bil­den­den Schu­len bekann­ten. Eine Per­spek­ti­ver­wei­te­rung bezüg­lich rele­van­ter Bezugs­wis­sen­schaf­ten könnte dabei hel­fen, den Kern des Faches zu kon­kre­ti­sie­ren:

Hoch­schul­di­dak­ti­sche Per­spek­tive: Auf­grund der hohen Schü­le­rin­nen­zahl an den beruf­li­chen Schu­len wer­den eine hohe Anzahl gut aus­ge­bil­de­ter Poli­tik­leh­re­rin­nen und -leh­rer benö­tigt. Der AK „Berufs­be­zo­gene poli­ti­sche Bil­dung“ betont des­halb mit Nach­druck, dass die poli­tik­di­dak­ti­sche Aus­bil­dung von Lehr­amts­stu­die­ren­den für das beruf­li­che Lehr­amt einen höhe­ren Stel­len­wert im Bewusst­sein der ent­spre­chen­den Hoch­schul­leh­rer und Hoch­schul­lehrin­nen zuge­spro­chen wer­den muss.

Hierzu muss der Berufs- und Arbeits­welt bereits in der uni­ver­si­tä­ren Aus­bil­dung der Poli­tik­leh­rer und -leh­re­rin­nen für Berufs­schu­len mehr Bedeu­tung zukom­men. Erste Über­le­gun­gen hierzu lau­ten:

  • Das Span­nungs­feld „Beruf-Arbeits­welt-Poli­tik“ sollte in der Leh­rer- und Leh­re­rin­nen­bil­dung (stän­dig) the­ma­ti­siert, (als Ver­an­stal­tung) imple­men­tiert und (sozi­al­wis­sen­schaft­lich) kon­kre­ti­siert wer­den.
  • Auf uni­ver­si­tä­rer Ebene lässt sich eine sinn­volle Ver­knüp­fung von poli­ti­scher Bil­dung und dem Aus­bil­dungs­be­ruf über Semi­nar- und Abschluss­ar­bei­ten her­stel­len, in denen berufs- oder arbeits­welt­spe­zi­fi­sche Bedin­gun­gen und Pro­bleme aus einer sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Per­spek­tive bear­bei­tet wer­den.
  • Obschon bei der Auf­takt­ta­gung keine sys­te­ma­ti­sche und ver­glei­chende Dar­stel­lung der stand­ort­spe­zi­fi­schen Cur­ri­cula erfolgte, wurde in den Dis­kus­sio­nen und Prä­sen­ta­tio­nen deut­lich, dass für die Lern­gruppe (wer­dende Berufs­schul­leh­rer und -leh­re­rin­nen) ein feld­spe­zi­fi­scher Pra­xis­be­zug (Poli­tik­un­ter­richt an Beruf­li­chen Schu­len) beson­ders rele­vant ist.

Tagungs­do­ku­men­ta­tion 

Vom 10. bis 12. Okto­ber 2018 fand die Auf­takt­ta­gung des Arbeits­krei­ses an der Georg-August-Uni­ver­si­tät zu Göt­tin­gen statt. Wei­tere Infor­ma­tio­nen ent­neh­men Sie dem Flyer und dem Pro­gramm.

 

Ansprechpartner/innen

Dr. Mar­tin Ken­ner
Insti­tut für Erzie­hungs­wis­sen­schaft
Abt. Berufs- und Wirt­schafts- und Tech­nik­päd­ago­gik (BWT)
Uni­ver­si­tät Stutt­gart,
Geschw.-Scholl-Str. 24D,
D-70174 Stutt­gart
Tel: +(49)711 685 83187
E-Mail: kenner@bwt.uni-stuttgart.de

Chris­tine Barp
Zen­trum für Arbeit und Poli­tik (zap)
Zen­trum für die Didak­ti­ken der Sozi­al­wis­sen­schaf­ten (ZeDis)
Uni­ver­si­tät Bre­men
Cel­si­us­straße 2,
D-28359 Bre­men
Tel.: (+49)421 218 56709
E-Mail: barp@uni-bremen.de

 

Prof. Dr. Anja Besand
Pro­fes­sur für Didak­tik der poli­ti­schen Bil­dung
Insti­tut für Poli­tik­wis­sen­schaft
Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Dres­den
Ger­ber­bau Berg­straße 53,
D-01062 Dres­den
Tel: (+49)351 463 35050
Sek. (+49)351 463 35827
E-Mail: anja.besand@mailbox.tu-dresden.de